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50 Jahre ÖTSV - Fred v. Schlesinger-Kirchwehr

 

Fred von Schlesinger-Kirchwehr, Linz

Hauptmann a.D. Freiherr Fred von Schlesinger-Kirchwehr galt zu seiner Zeit als einer der „TanzSport-Päpste“ in Europa. Ebenso galt er neben dem Grazer Karl von Mirkowitsch und dem Wiener Fritz Kopetzky als einer der Experten für Wiener Walzer 1).

Fred von Schlesinger  war in den 1950er-Jahren strikter Gegner der Kubanischen Rumba und Verfechter der Square-Rumba. (Doch darüber berichten wir ein andermal.)

Geboren 1900, kam er als 10-Jähriger in Militärerziehung und dann in die Wiener Neustädter Militärakademie, da sein Vater k.u.k. Oberst war. Mit Ende des 1. Weltkrieges und Ende der Monarchie wurde er als Berufssoldat arbeitslos und musste sich einen neuen Beruf suchen. Also wurde er Tanzlehrer in Linz, weil ihm sein Firmpate geraten hatte: „Fredl, du bist ein guter Tänzer, mach eine Tanzschule auf.“

Sein erstes Tanzturnier sah er 1931 in München. Darauf beschloss er, den TanzSport in Linz heimisch zu machen und gründete den TSK Weiß-Rot-Linz. Er selbst begann mit seiner Frau bei den Profis Turniere zu tanzen. Sie waren jahrelang das einzige österreichische Profi-Paar. Er sagte über sich selbst, dass der größte Erfolg der 4. Platz bei einer Profi-WM 1934 in Paris war. (In diesem Jahr gab es in Paris zwei Profi-Weltmeisterschaften von zwei verschiedenen Verbänden, es ist nicht bekannt, bei welcher WM Fred von Schlesinger-Kirchwehr gestartet ist.

In einem Interview in der Zeitschrift „Turniertanz“ wurde er 1975 gefragt, ob er an der tanzsportlichen Choreografie des Wiener Walzers mitgearbeitet hat. In seiner Antwort betonte er, dass es zwar Verdienst des Grazers Major Karl von Mirkowitsch war, den Turnierwalzer als erster genauestens beschrieben zu haben, aber er unterrichtete diese Technik sogar bei der Gründung des International Council Of Ballroom Dancing, ICBD, 1950 in Edinburgh den dort versammelten Tanz-Professionals, einschließlich Alex Moore.

(Anmerkung: Das ICBD wurde später umbenannt in WD&DSC und heißt heute Word Dance Council, WDC.) 

Als Chronist muss man anmerken, dass auch Karl von Mirkowitsch in ganz Europa seine Choreografie des Wiener Walzers unterrichtet hat. Über ihn berichten wir das nächste Mal.

Interview LESEN – Teil 1

Interview LESEN – Teil 2

1) Zit. nach Paul Krebs in: Christoph Burgauner (Hg.), Tanzen weltweit, Kastell Verlag, München 1995, S. 95 und S. 124.

BIBA Johannes, BJ / 20.08.2008
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